This article has been published in DIE WELt, diewelt.de in Aug 2004
Erst die goldene Karte öffnet den Weg in die Senator Lounge
Top-Kunden belohnen die Fluggesellschaften mit zahlreichen Privilegien und erhöhtem Prestige - Angebot der Lufthansa ist besonders ausgefeilt
Wer kräftig Meilen sammelt, kommt nicht nur in den Genuss von Freiflügen oder Prämien. Mit jeder Meile wächst in aller Regel auch der Status des Fliegers. Die so genannten Statusmeilen gewähren Zutritt zu Lounges, bieten Komfort und Ansehen.
Die blaue Standardkarte vom Vielfliegerprogramm der Lufthansa beispielsweise bekommt jeder, der sie beantragt und 3000 Meilen vorweisen kann. Mit dieser Karte können nun kräftig Meilen gesammelt werden. Weitere Vorteile erhält der Lufthansa-Passagier jedoch erst ab jährlich 40 Economy-Flügen (entspricht 20 Business- oder First-Class-Flügen) oder 50 000 geflogenen Meilen.
Dann bekommt der Kunde eine silberne "Frequent Traveller"-Karte ausgehändigt. Mit ihr kann der Fluggast beim Einchecken die Schalter für die Business-Class benutzen sowie in den Lufthansa Business- und Frequent-Traveller-Lounges vor dem Abflug noch einmal entspannen. Ist ein Flug bereits ausgebucht, wird der Passagier bevorzugt berücksichtigt, die Prämienmeilen behalten während des "Frequent Traveller"-Status ihre Gültigkeit.
Wer sogar 150 000 Statusmeilen im Jahr gesammelt oder 120 Economy beziehungsweise 60 Business- oder First-Class-Flüge absolviert hat, wird in den erlauchten Kreis der so genannten Senatoren aufgenommen. Beim Erreichen dieses Status wird auch gleich eine Visa Card mit Gold-Card-Funktion ausgehändigt. Die Jahresgebühr übernimmt selbstverständlich Lufthansa. Zudem fließen für jeden Euro, der mit der Karte bezahlt wird, wieder Meilen auf das Konto. Gleichzeitig erhält man den Zugang zur Senator Lounge mit Buffet, ebenso eine Buchungsgarantie selbst bei kurzfristig anberaumten Flügen. Bei Wartelisten genießen Senatoren erhöhte Priorität und bekommen pro 50 000 gesammelter Statusmeilen einen "Upgrade Voucher" gutgeschrieben, der beispielsweise aus dem nächsten Economy- einen Business-Flug macht. Außerdem fliegt eine Begleitperson für 50 Prozent weniger Meilen als der Senator selbst (im Lufthansa-Deutsch: "Companion Award"). Und selbstverständlich genießen Besitzer der goldenen Karte größtes Vertrauen: Das Meilenkonto kann um bis zu 160 000 Meilen überzogen werden.
Wer über Jahre den Senator-Status ohne Unterbrechung innehatte und bis zum 60. Lebensjahr mindestens eine Mio. Meilen geflogen ist, wird dann zum Senator auf Lebenszeit - auch wenn nach dem 60. Lebensjahr weniger geflogen wird. Doch das soll noch nicht alles gewesen sein. Die Lufthansa arbeitet derzeit an einem weiteren Programm für Top-Kunden. In den Flughäfen in München und Frankfurt sollen dann neue Lounges und in Frankfurt ein Top-Kunden-Terminal eingerichtet werden. Details will die Lufthansa noch im Laufe des Jahres bekannt geben. Weniger ausgefeilt ist hingegen das Top-Bonus-Vielfliegerprogramm von Air Berlin. Für 15 000 gesammelte Statusmeilen innerhalb eines Jahres wird den Air-Berlin-Kunden die Top-Bonus-Karte in Silber überreicht. Nun dürfen zehn Kilogramm mehr Gepäck mitgenommen werden, ein extra Check-In-Schalter garantiert eine schnellere Flugabfertigung, fünf Prozent Rabatt gibt es beim Einkauf im Bordshop und zudem eine kostenlose Flugumbuchung. Den Silber-Status kann sich jedoch jeder auch für 50 Euro erkaufen. Nicht so hingegen den Gold-Status. Dieser wird ab 30 000 Meilen verliehen. Gold-Karten-Inhaber genießen die gleichen Vorteile wie die Silber-Karten-Besitzer. Hinzu kommt aber ein 25-prozentiger Bonus auf alle gesammelten Prämienmeilen und sowie eine eigens eingerichtete Service-Hotline. Keinen Unterschied macht hingegen die Fluglinie LTU bei ihrem Bonusprogramm. Hier sind alle Redpoints-Sammler gleich - ganz ohne Status. bbr
Artikel erschienen am Mon, 9. August 2004