FlyerTalk Forums - View Single Post - LH creating lower cost shorthaul carrier (not LCC) [merged direct 4U discussion]
Old Dec 7, 2012 | 3:52 am
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oliver2002
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Spohr to Employees in the Lufthanseat on 4U:

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„Das können nur wir“
Passagechef Carsten Spohr über Ziele und Herausforderungen der neuen Germanwings

Warum übernimmt Germanwings
den dezentralen Verkehr
von Lufthansa?
Seit zehn Jahren sind wir im dezentralen
Verkehr mit Verlusten
unterwegs, die nicht länger
tragbar sind. Uns blieben zwei
Alternativen: die Kosten im
Lufthansa-Direktverkehr radikal
zu reduzieren oder die günstigere
Plattform von Germanwings
zu nutzen. Wir haben uns
für den zweiten Weg entschieden,
weil wir ihn für erfolgreicher
halten. Uns allen muss
aber klar sein: Das wird unser
letzter Versuch, dieses Segment
in die schwarzen Zahlen
zu bringen.
Hand aufs Herz: Glauben Sie,
Geschäftsreisende werden
gern mit Germanwings fliegen,
wenn sie bisher Lufthansa
gewählt haben?
Wir müssen sicher bei einigen
Kunden noch Überzeugungsarbeit
leisten. Ich bin aber sehr
optimistisch, dass die neue
Germanwings auch sie positiv
überraschen wird.
Weil …?
... das neue Konzept ihre Ansprüche
erfüllen wird. In den
Reihen eins bis drei
bietet die neue
Germanwings ein
Produkt an, das
nah an unsere
Business Class herankommt:
32 Zoll Sitzabstand,
freier Mittelplatz, optische Trennung
zur Economy, Snacks inklusive
– um nur ein paar Details
zu nennen. Viele Reiseregelungen
verbieten innereuropäisch
Business-Class-Tarife. In den
Reiseregeln der Firmen wird ein
,Best-Seat‘ der Germanwings
immer noch ein Economy-Tarif
sein und ist damit für alle Geschäftsreisenden
buchbar.
Was sagen Sie Kunden, die
sich trotzdem als Passagier
zweiter Klasse fühlen?
Die Alternative muss uns allen
klar sein: Wir könnten den Status
quo nicht fortsetzen. Intern
wie extern gilt: Nur
profitable Arbeitsplätze
sind sicher –
und auch nur profitable
Strecken
können wir langfristig
bedienen. Wir sind überzeugt,
dass wir mit dem neuen
Produkt sowohl unsere Kunden
überzeugen und zugleich wirtschaftlich
erfolgreich sein können.
Die Germanwings war bisher
auch nicht kostendeckend.
Wie gelingt das künftig?
Es gibt zwei wirtschaftliche
Effekte bei der neuen Germanwings.
Zum einen deutliche
Synergien durch ausreichende
Größe. Heute wissen
wir: Man kann mit
30 Flugzeugen keine
Low-Cost-Airline be -
treiben. Zum anderen
wird Germanwings
durch die Stärke und die
Vertriebskraft der Marke Lufthansa
ihre Revenues weiter
steigern können. Daher positioniert
sich Germanwings im
Markt künftig stärker als Teil
der Lufthansa Group – eben ein
„best of both worlds“.
Inwieweit trägt Germanwings
zu den geplanten
SCORE-Zielen bei?
Die Zusammenlegung von Germanwings
und dem Direktverkehr
der Lufthansa ist das größte
SCORE-Projekt der Passage.
Wir erwarten einen Ergebnisbeitrag
von 200 Millionen Euro.
1000 Stellen werden zu Germanwings
verlagert.
Diese addieren
sich zu den
2000 Stellen, Bord
und Boden, die wir
in der Passage unter
anderem durch Kapazitätsmaßnahmen,
Verschlankung
des Vertriebs sowie Abbau in
der Administration reduzieren
werden.
Heißt das, dass wirklich 1000
Mitarbeiter von Lufthansa zu
Germanwings wechseln werden?
Den Übergang verhandeln wir
derzeit mit den einzelnen Mitarbeiter-
Gruppen. Wir wollen
uns zum Beispiel mit der Vereinigung
Cockpit darauf verständigen,
dass 250 Piloten, die
heute bei Lufthansa angestellt
sind, künftig bei Germanwings
eingesetzt werden, um weitere
Überhänge bei der Passage zu
vermeiden.
Und was bedeutet das für die
Kabine?
Die Kabine von Germanwings
wächst um insgesamt 800 Stellen.
Wird das Schlichtungspaket
angenommen, entfällt ein
Teil auf die freiwilligen Wechsel
zu Germanwings. Weitere
300 sind die Kollegen, die heute
bei Aviationpower angestellt
sind. Dann noch fehlende
Crewmitglieder wird Germanwings
neu einstellen.
Bisher hieß es, eine erfolgreiche
Umsetzung hinge stark
davon ab, ob sich Lufthansa
mit den Tarifpartnern einige.
Was, wenn das misslingt?
Ich bin davon überzeugt, dass
auch unsere Tarifpartner verstehen,
dass dieses Projekt ein
wesentlicher Erfolgsfaktor für
unsere Zukunftsfähigkeit in
Europa ist. Daher bleibe ich optimistisch,
dass
wir uns einigen
werden. Finden
wir keine Lösung,
führt am
Schrumpfen der
Passage um weitere Flugzeuge
kein Weg vorbei.
Kommt das nicht sehr spät?
Der dezentrale Verkehr ist ja
schon lange nicht mehr profitabel.
Der Druck durch die zurückgehenden
Ergebnisse im Interkont-
Verkehr hat die Schraube
noch mal angezogen. Und: Die
Geschäftssegmente im Low-
Cost-Bereich und bei den Netz-
Carriern haben sich bei Produkt
und Vertrieb angenähert.
Erst jetzt ist es sinnvoll, den
Sprung zu wagen. Und noch
sind wir in einer so starken Position,
dass wir solche Veränderungen
selbst anstoßen können.
Ich erlebe die neue Germanwings
als große Chance,
unsere Position in Europa zu
festigen, indem wir die Stärken
beider Marken und Systeme
kombinieren. Das können nur
wir.
Wann wird Germanwings die
ersten Flüge von Lufthansa
übernehmen?
Ab 1. Januar werden Flugzeuge
im Auftrag der Germanwings
eingesetzt – aber mit Lufthansa-
Flugnummer, -Produkt und
-Crews. Für Passagiere und
Mitarbeiter wird sich zunächst
also wenig ändern. Erst ab 1. Juli
werden zunächst in Hamburg
oder Berlin Flugzeuge und
Crews zu Germanwings-Produkt
und -Marke wechseln.
Nach dieser Systematik haben
wir in Stuttgart bereits Strecken
umgestellt, für Düsseldorf ist es
für den Winter 2013/14 geplant.
Was heißt das für die Stationen
– haben wir künftig etwa
in Hamburg Lufthansa- und
Germanwings-Mitarbeiter?
Klar ist: Wir müssen die Kosten
unserer Stationsleistungen
deutlich senken, um auch im
Low-Cost-Bereich wettbewerbsfähig
zu sein. Die Sorge
der Stationsmitarbeiter ist mir
bewusst. Diesen Übergang
müssen wir daher gestalten.
Gespräche zwischen den Betriebspartnern
und den Stationsleitungen
sind im Gange.
Was heißt das konkret?
Die Germanwings wird zukünftig
auch an den deutschen Stationen
die Stationsleistungen
ausschreiben.
Lufthansa-Stationen
werden
sich darauf bewerben.
Bieten sie zu marktgerechten
Kosten mit, dann bekommen
sie sicherlich den Zuschlag.
Damit folgen wir einem
gesamteuropäischen Trend.
Wird Lufthansa alle dezentralen
Strecken an Germanwings
übertragen oder sich
,Sahnestücke‘ vorbehalten?
Nein, wir bleiben bei unserer
Entscheidung, alle dezentralen
Dienste nach heutiger Planung
bis 2014 an
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