Drastische Prognose AUA
Vorgeschlagenens Maßnahmenpaket soll 80 Millionen Euro bringen.Das Beratungsunternehmen Boston Consulting empfiehlt der AUA nicht nur eine rasche Privatisierung, sondern macht auch drastisch deutlich, was passiert, wenn bei der kriselnden Airline jetzt nicht gegengesteuert wird.
Wie die Tageszeitung "Österreich" in ihrer Samstag-Ausgabe berichtet, nennt das Beratungsunternehmen neben der favorisierten Lufthansa auch Air France-KLM, Aeroflot und die Turkish Airlines als mögliche Partner. Die Aeroflot hat allerdings bereits abgewunken.
Jahresminus bei 70 bis 90 Millionen
In dem Gutachten wird ausgiebig die Finanzsituation der AUA geprüft. Boston Consulting rechnet mit einem AUA-Jahresminus zwischen 70 und 90 Millionen Euro. Ohne Gegenmaßnahmen werde der Verlust 2009 noch höher liegen. "Nach heuriger Prognose würde damit die AUA ohne Gegenmaßnahmen etwa Mitte 2009 Liquiditätsprobleme bekommen."
Elf Einsparungsschritte
Boston Consulting empfiehlt elf rasche Einsparungsschritte. So sollen weitere Strecken gestrichen und beim Kabinenpersonal gekürzt werden, ebenso solle es weniger Manager geben ("nochmalige Overhead-Reduzierung").
Bei der Verpflegung in der Economy-Klasse sollte gespart ("Reduzierung der Qualitätsstandards auf Wettbewerbsniveau") und mit Lieferanten (genannt werden OMV, Flughafen Wien AG, Austro Control) bessere Konditionen ausgehandelt werden. Das Maßnahmenpaket soll 80 Millionen Euro bringen.
Aber selbst bei vollständiger Umsetzung aller kurz- bis mittelfristigen Ergebnispotenziale bleibt laut dem Gutachten "eine signifikante Ergebnislücke von mindestens 30 Millionen Euro im Jahr 2009".
Rasche Privatisierung
Als Konsequenz empfiehlt das Beratungsunternehmen die rasche Privatisierung, wobei die Mehrheit an einen Partner abgegeben werden sollte. Unter den möglichen Partnern wird die Lufthansa eindeutig favorisiert. Aber auch hier besteht laut Gutachten das Risiko, "dass Lufthansa das bestehende AUA-Netz in Wien deutlich reduziert, wenn es nicht praktikabel zu betreiben ist".